80er Jahre - Party at it’s best, aber auch überraschende Liedkombinationen – erster Abend von Duran Duran an den Baloise Session 2025 – ohne «The Wild Boys»
Ende der 70er entstand aus einer Modebewegung «New Romantic» (Anm.: Steve Strange und Billy’s Club London, Bekleidung, Frisur und Make Up) der gleichnamige Musikstil. Später kam der Begriff «New Wave» für Bands aus New Romantics-Mitgliedern auf, deren wichtigste Vertreter Bands wie Culture Club, Spandau Ballet, Visage und DURAN DURAN (1978) waren. Die Band aus Birmingham ist nach dem Bösewicht im Movie Barbarella, Dr. Durand Durand, benannt. Im Gegensatz zu anderen Bands dieses Genres ist die Band, nach Seitenprojekten, Unterbrüchen und Besetzungswechsel, sehr angesagt, Ihre Musik beliebt und tourt regelmässig. Von der erfolgreichsten Besetzung sind Sänger Simon Le Bon, Bassist (ehemals Gitarrist) John Taylor, Schlagzeuger Roger Taylor und Nick Rhodes an den Keyboards und Synthies wieder oder nach wie vor dabei. Einzig der an Krebs erkrankte Gitarrist Andy Taylor ist ausgestiegen. Soviel zur Geschichte …….
Die Verantwortlichen der Baloise Session sind seit 20 Jahren dran, diese Ikonen der 80er Jahre ans Rheinknie zu lotsen. Für die 40 Jahre dauernde Erfolgsgeschichte des Festivals hat die Verpflichtung mit der Ausgabe 2025 geklappt – Hartnäckigkeit, Support durch einen Manager aus New York, Schweizer Schokolade («Send Me an Offer») und schlussendlich die finanzielle Unterstützung durch der «Freunde der Baloise Session», wie der Gönnerverein liebevoll genannt wird, kam man soweit. Dies wurde voller Stolz von CEO Beatrice Stirnimann vor der Show am Donnerstag, 23.10.2025, in der Eventhalle der Messe Basel erklärt.
Die Vorfreude war überall im Saal spürbar. Da gab es einige Fans, die sich extra chic gemacht hatten und im Glam-Style (viel Glitzer und Glitter) erschienen. Und, wenn die Securities von teils 60-jährigen Damen bezirzt werden, Ihnen ein Platz am Bühnenrand zu sichern, dann ist was Spezielles am Laufen - Ausnahmezustand. Nach dem «Intro/Velvet Newton» kamen die Briten mit ein wenig Verspätung auf die Bühne und legten mit dem Song «Night Boat» vom Debut «Duran Duran» (1980) los. Die in Ihren Bereichen wartenden Die Hard-Fans begannen zu jubeln und positionierten sich für den Sprint an den Bühnenrand, der dann beim James Bond-Klassiker «A View to a Kill» erfolgte. Innert Sekunden war der Platz zwischen Bühne und erster Stuhlreihe ausgefüllt. Da gab es eine Dame, die Mühe hatte die paar Treppenstufen Richtung Bühne zu gehen, aber war eine der Ersten vorne – was Fan-Liebe bewirken kann. Popstar zu sein, scheint ein Jungbrunnen. Die 4 Hauptakteure, die in den wilden 80ern in jeder Beziehung aufs Gas gedrückt hatten, sind schon gealtert, aber sehen, nach der Beurteilung eines weiblichen Fans neben mir, noch knackig aus. Sie wirkten auch äusserst agil auf der Bühne, trotz vom Alter her Pensionären (Anm.: John und Roger Taylor wurden Beide 65 Jahre alt 2025, Simon Le Bon hat Ende Oktober 67 Jahre auf dem Rücken). Dieses Jungbrunnen-Konzert wirkte sich auch auf die Fans aus, da wurde mitgeklatscht, Refrains mitgesungen («No No Notorious»), Smartphone-Lampen eingeschaltet («looks like Andromeda») und Arme im Rhythmus («Save a Prayer») geschwungen. Als 80’s-Party der Superlative unter den Fittichen von Frontmann/Animateur Simon Le Bon(d) («My Name Is …..»), könnte man diesen Konzertabend auch beschreiben. Apropos Le Bon, er lächelte eher wenig, aber nutzte die Quadratmeter der Bühne, sprintete nach «Lonely in Your Nightmare / Super Freak» von der Bühne um in Rekordzeit sein Outfit zu wechseln (sorgte erst für Erstaunen im Saal), flirtete mit der Kamera am Kran oder mit dem Publikum und hat nach wie vor diese unverwechselbare Stimme mit der fast selben Qualität wie in früheren Zeiten. Letzteres hätte ich nicht erwartet. Die Birminghamer wurden an den beiden Shows der Session live unterstützt durch Gitarrist Dom Brown, den Background-Sängerinnen Anna Ross und Rachael O’Conner (bekannt geworden durch «The Voice UK», wie Opener JC Stewart aus Nordirland stammend) und Saxophonist Simon Willescroft. Da einige Songs der Briten von Saxophon-Klängen abhängig sind, hatte er viel zu tun. Sängerin Anna Ross hatte Ihren grossen Auftritt im Duett mit Le Bon(d) bei «Come Undone». Gitarrist Brown ist schon länger dabei und poste gerne in die Kameras.
Die Setliste war hervorragend! Von «Night Boat» vom Debut-Album, wie erwähnt, bis zu «Confession in the Afterlife» vom aktuellen, Halloween-inspirierten Werk «Danse Macabre» (2023, BMG). Interessant am Rande, für «Danse Macabre» hat man «Nightboat» neu aufgenommen. Die Fans kamen in Genuss von Hits am Fliessband – bei Liedgut wie «Union of the Snake», «Ordinary World», «New Moon on Monday» und im Anschluss gleich noch «Planet Earth» musste man sich bewegen. Gänsehaut hatte ich bei den letzten 5 Songs, von «Hungry Like The Wolf» bis zum Show-Ende in Form von «Rio»! Der einzige Wermutstropfen an diesem Abend war das Fehlen von «The Wild Boys». Man hätte es wissen sollen, denn bei der Programmvorschau war lange vom Do, 23.10.25, als Abend-Motto «Wild Boys» die Rede gewesen und diese Woche wurde umgestellt auf «Night 1» und «Night 2» (Fr, 24.10.025). So hatte Duran Duran immer die Möglichkeit die Setlisten anzupassen. Die Setliste für den Freitag wurde leicht umgestellt und die Besucher kamen tatsächlich in den Genuss des Zugabe-Abschlusses «The Wild Boys». Ein Punkt imponierte, die Pop Rocker kombinierten teils alt-bewährte Lieder mit neuem Material oder Cover-Versionen. So wurde am Beispiel von «Lonely in your Nightmare» eine Cover-Version des Rick James-Klassikers «Super Freak» einverleibt. Solche Arrangements sind nicht einfach und ich zolle deshalb höchsten Respekt.
Die Spielzeit von 95 Minuten ging viel zu rasch vorbei. Es war ein grossartiges Konzert, bis auf’s vermisste «The Wild Boys» war es ein Höhepunkt der diesjährigen Konzerte und hat viel Spass bereitet dabei sein zu können. Nach der «Rock’N’Roll Hall of Fame 2022» können Sie nun auch Basel in Ihre Memoiren schreiben. Thanks Duranies!
Mitglieder:
Simon Le Bon (Vox), John Taylor (Bass), Roger Taylor (Drums), Nick Rhodes (Keys), Dominic «Dom» Brown (Git), Simon Willescroft (Sax), Anna Ross (Back Vox), Rachael O’Conner (Back Vox)
Setliste:
Intro: Velvet Newton (ab Band)
Night Boat, The James Bond Theme (von John Barry, ab Band), A View to a Kill, Union of the Snake, Invisible, Notorious, Lonely in Your Nightmare / Super Freak (aka “Super Lonely Freak”, Rick James-Cover), Friends of Mine, Confession in the Afterlife (Tour-Premiere), Ordinary World, Come Undone, New Moon on Monday, Planet Earth (inklusive Band-Vorstellung), Spellbound (Siouxsie and the Banshees-Cover, Tour-Premiere), Hungry Like the Wolf, The Reflex, Girls on Film / Psycho Killer
Bonus: Save a Prayer, Rio
Zeiten: 21:40 bis 23:15 Uhr
Veranstalter/Danke an: Baloise Session
Photos/Text: Daniel Strub
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