Von Paris mit der «The Catacombs-Tour» nach Basel – die Baloise Session können stolz sein auf diese Produktion einer Rock-Poesie
Die «The Catacombs Tour» ist eine aussergewöhnliche Tour der Alternative Rock-Band aus Seattle. Im Juli 2024 hatte Queens Of The Stone Age in den Katakomben von Paris einen sehr intimen Auftritt gespielt. Dieses Konzept und spezielle Atmosphäre will man mit dieser aktuellen Tour übertragen. Dies ist aufwendig und entsprechend ist der europäische Teil der Tournee ausverkauft. So erhielt man auch für die Show am Dienstag, 21.10.2025, in der Eventhalle der Messe Basel im Rahmen der Baloise Session vor Wochen keine Tickets mehr, entsprechend stolz ist man bei der Session am Rheinknie diese Produktion unter dem Abend-Motto «Rock on» im Programm zu haben. So äusserste sich nochmals CEO Beatrice Stirnimann bei der separaten Vorstellung des Events.
Im Vorfeld fragte ich mich, wie möchte man diese Atmosphäre umsetzen. Die Baloise Session gilt ja bereits als sehr intimes Festival mit der Ambiance der Clubtischchen und Kerzen darauf und dass die Konzertliebhaber, mit Ausnahme der Fans die nach 3 Liedern vor der Bühne stehen, daran sitzen. Nun, man stellte inmitten vom Saal eine zweite, kleine Bühne auf, die sogenannte B-Stage. Zur Überraschung einiger Besucher, die dachten inmitten von der Show würde diese Bühne verwendet, starteten nach Glockengeläute um 21:36 Uhr Josh Homme (Vox, Git), Troy van Leeuwen (Git), Michael «Mikey» Shuman (Bass), Dean Fertita (Git, Keys), Jon Theodore (Drums) inkl. Klassik-Ensemble von der B-Stage das Konzert. Nicht nur gestartet, sondern der ganze erste Akt unter dem Namen «Alive in the Catacombs» und 5 Chansons, wurde von dort performt. Josh Homme fühlte sich gut aufgehoben und spazierte singend mit einer Lampe durch die Katakomben, äh die Korridore, der anliegenden Tischchen, sehr zur Freude vom Publikum und mit mehr Aufwand für die Security und Kameraleuten. Ob er sich dabei auch ein Glas Wein gönnte, konnte ich leider nicht sehen. Es herrschte keine ausgelassene Stimmung, sondern diese Intimität mit höflichem Applaudieren, welche die Band wollte, entstand automatisch. Unter viel Applaus wechselte man nach diesem Akt 1 auf die Hauptbühne. Wie dies so rasch geschah, konnte ich nicht genau erkennen, ausser, dass ein Teil der Musiker durch den Saal ging und ein anderer Teil wohl in der Peripherie zur Bühne schritt. Der Sänger kam mit qualmender Zigarette «on stage». Dies habe ich noch nie gesehen unter dem Namen Baloise Session, ausser als sie noch AVO Session Basel hiess. In dieser Zeit wurde gar im Saal während den Auftritten geraucht – gehörte zum guten Ton des damaligen Sponsors (Davidoff).
Akt 2 – Set 2 eröffnete man mit einer Kombi aus «Someone's in the Wolf / A Song for the Deaf / Straight Jacket Fitting” und in Null Komma Nix war der vormals freie Platz zwischen Bühne und erster Stuhlreihe gefüllt mit Fans. Dabei veränderte sich auch die Atmosphäre, aus einem «Konzert im halbprivaten Rahmen» wurde ein Gig, jedoch nicht musikalisch. Nach wie vor wurde bei diesem Showteil auf die klassische Intrumentierung gewichtet. Als Nicht-Die Hard-Fan war es nicht so simpel die Songs in der ersten Minute zu erkennen, meist brauchte ich länger oder gar bis der Refrain einsetzte. Das war spannend und es war auch in dieser Beziehung kein übliches Konzert. Mit dem Anzug und frisch poliertem Schuhwerk hinterliess Frontmann Josh Homme gar den Eindruck eines Dandys. Ok, ein Dandy, der bei der angesprochenen Lied-Kombination das Hackebeil nicht nur in der Hand hielt, sondern auch auf die Bühne schleuderte, dass es stecken blieb. Hätte gerne gewusst, ob er dies im Vorfeld der Show geübt hat. Die Tat beeindruckte und es war womöglich der erste Künstler der den Bühnenboden so malträtierte *grins*; siehe Foto. In diesem Abschnitt gab die Band 4 Lieder zum Besten, wobei «Mosquito Song» herausstach.
Akt 3 – Set 3 wurde das Verhältnis Klassik/Rock mehr zu rockig verschoben und QOTSA wussten mit einigen Hits zu gefallen, darunter «Hideaway», «The Vampyre of Time and Memory» oder «Fortress». Bei «Easy Street» steuerte das Publikum «Oh oho o oh» bei. Das vom Bassisten Michael «Mikey» Shuman gesungene «Auto Pilot» kam ebenfalls sehr gut an beim Publikum. Die Stimmung war sehr gut und Sänger Homme interagierte öfters mit dem Publikum. Naja, dies kam bei einem sehr jungen Fan, geschätzt ein etwa 8-Jähriges Mädchen nicht gut an als Homme Sie direkt ansprach. Sie war überfordert und brach in Tränen aus. Josh Homme tat es sehr leid («I scared the daughter») und die Eltern der Kleinen mussten nun tröstend beistehen. Eine etwa 11-Jährige, kurz danach in derselben Situation, reagierte sehr cool und schenkte Ihm eine Zeichnung. Das reguläre Set wurde unter viel Applaus mit «Clockwork» beendet und die Band verabschiedete sich. Nach intensiven Bekundungen von Seiten Fans kamen Sänger Homme und Bassist Shuman für eine a Capella-Version von «Long Slow Goodbye» zurück auf die Bühne, bevor um 23:14 Uhr das Konzert endete.
Mit Act I hatte ich Mühe ins Konzert reinzukommen. Es war mir zu theatralisch, wobei genau dies anderen Konzertbesuchern gefiel. Je länger das Konzert dauerte umso besser wurde die Atmosphäre und man erkannte welch Spezielles man hier dargeboten bekommt. QOTSA wird man in diesem Rahmen mit den besonders arrangierten Liedern vermutlich nie mehr erleben.
 
Mitglieder:
Josh Homme (Vox, Git), Troy van Leeuwen (Git), Michael «Mikey» Shuman (Bass), Dean Fertita (Git, Keys), Jon Theodore (Drums), Eric Gorfain (Violine), Cristelle Lassort (Violine), Arabella Bozic (Viola), Lukas Raaflaub (Cello), Noel Langley (Trumpet), Lara Ecchner (Horn), Matteo del Miglio (Trombone), Diego Viscardi (Tuba)
 
Setliste:
Act I - Alive in the Catacombs: Running Joke / Paper Machete, Kalopsia, Villains of Circumstance, Suture Up Your Future, I Never Came
Act II – Set 2: Someone's in the Wolf / A Song for the Deaf / Straight Jacket Fitting, Mosquito Song, Keep Your Eyes Peeled, Spinning in Daffodils (Them Crooked Vultures Coverversion; mit "The Blood Is Love" Tease)
Act III – Set 3: You Got a Killer Scene There, Man….., Hideaway, The Vampyre of Time and Memory, Auto Pilot (Mikey sang), Easy Street, Fortress, …Like Clockwork
Bonus: Long Slow Goodbye (Josh und Mikey a Cappella)
 
Zeiten: 21:36 bis 23:14 Uhr
Veranstalter/Danke an: Baloise Session
Photos/Text: Daniel Strub
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Dean Fertita & Jon Theodore
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Josh Homme
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